Termine
Login
Latein im Wandel
Ich erinnere mich noch genau an meinen Lateinunterricht. Wir hatten Angst vor der legendären Satzgliedanalyse. Fast jede Stunde nahmen wir die Sätze auseinander: Wo ist das Prädikat? Wo ist das Subjekt? Wo ist das Objekt? Zudem war das Bestimmen von Formen, losgelöst vom Kontext, eine beliebte Übung. Man sprach wenig über den Text, den Inhalt oder gar die Geschichte. Lateinunterricht war trockener Grammatikunterricht, was jedoch den Vorteil hatte, dass ich im Gebrauch der Grammatik der deutschen Sprache sicherer wurde. Durch die Fremdsprache nahm ich meine Muttersprache bewusster wahr. Lese ich mir allerdings heute mein Lateinheft durch, so verstehe ich kaum die deutsche Übersetzung: verschachtelte Sätze mit übertriebenem Ausdruck – eine Wort-für-Wort-Übersetzung.
Der Lateinunterricht hat sich in den letzten Jahren jedoch verändert. Die Zielsprachenorientierung steht im Vordergrund – ein angemessenes Deutsch. Auch wenn das Konstruieren immer noch eine bewährte Methode ist, so ist beispielsweise die Drei-Schritt-Methode der deutschen Sprache viel näher und für die Schüler nachvollziehbarer.
Zudem werden Vokabeln nicht isoliert, sondern über Wortfelder gelernt. Texte werden mit Hilfe der Grammatik und stilistischen Besonderheiten interpretiert.
Des Weiteren wird den Schülern die Grammatik anschaulicher vermittelt, anhand von Eselsbrücken, Bildern oder Deklinationssingen, um alle Lerntypen anzusprechen.
Unter Anderem werden auch kreative Fähigkeiten im Lateinunterricht geschult. Lateinische Texte können künstlerisch dargestellt und somit auf einer höheren Ebene interpretiert werden.
Das Fach Latein ist im Wandel…
Katja Guhr